Gedenkfeier in der Pfahlbausiedlung Pfyn-Breitenloo

THURGAU. Mit einem offiziellen Festakt und einer Gedenkstein-Enthüllung ist am Samstag, 4. September 2004, in Pfyn-Breitenloo «60 Jahre Ausgrabung durch internierte polnische Soldaten» gefeiert worden. Als speziellen Gast konnte dabei Regierungspräsident Claudius Graf-Schelling den polnischen Botschafter Jerzy Marganski begrüssen.

Die Pfahlbausiedlung in der Flur «Breitenloo» westlich von Pfyn wurde während des zweiten Weltkrieges beim Anlegen eines grösseren Entwässerungsgrabens entdeckt. Mit Hilfe von rund 30 internierten polnischen Soldaten fanden 1944 die ersten archäologischen Grabungen statt. Die vom damaligen Kantonsarchäologen Karl Keller-Tarnuzzer geleiteten Untersuchungen haben ausserordentliche Resultate erbracht. Es wurden mehrere gut erhaltene Hausgrundrisse, Dorfgassen sowie ein umfangreiches Inventar an jungsteinzeitlichen Gegenständen freigelegt. Obwohl die Fundstelle nie umfassend publiziert wurde, gab sie später der «Pfyner Kultur» den Namen.

In diesem Sommer – 60 Jahre später – hat das Amt für Archäologie des Kantons Thurgau das «Pfahlbaudorf» erneut untersucht. Die Grabungen, die noch bis Ende September dauern, haben wiederum zahlreiche interessante Funde ans Tageslicht gebracht, von Tonscherben über Tierknochen bis zu Feuersteinen und Schmuckstücken.

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