Trotz besseren Prognosen leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit  

Der Kanton Bern kann laut Prognosen im laufenden und im nächsten Jahr mit mehr Wachstum rechnen. Trotzdem stieg die Zahl der Arbeitslosen im August 2004 um 347 auf 13’762 Personen (Schweiz: +2’798 auf 145'923 Personen). Grund ist die starke Zunahme von stellensuchenden Lehrabgängern. Die Arbeitslosen-quote beträgt unverändert 2,6 Prozent (Schweiz: +0,1 auf 3,7 Prozent).

BERN. Die Zahl der arbeitslosen Männer im Kanton Bern stieg im Monat August 2004 um 133 (+1,9 Prozent) auf 7’150. Der Anteil Frauen hat um 214 (+3,3 Prozent) auf 6’612 zugenommen. Mit 9’432 Personen waren 383 Schweizerinnen und Schweizer mehr arbeitslos als im Vormonat. Bei den Ausländerinnen und Ausländern sank die Zahl um 36 auf 4'330 Personen. Die grössten Zunahmen verzeichneten das Gastgewerbe mit 78, Handel mit 74 sowie der Bereich Öffentliche Verwaltung mit 39 Personen. In der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahre (neu 3’243 Personen) war eine starke Zunahme zu verzeichnen (+503 oder 18,4 Prozent). Grund ist die saisonal bedingte Zunahme der stellensuchenden Lehrabgänger. Bei den übrigen Arbeitslosen ist eine Abnahme von 156 Personen (-1,5 Prozent) zu verzeichnen. In 21 von 26 Amtsbezirken stieg die Zahl der Arbeitslosen. Die höchste Quote verzeichnete der Amtsbezirk Biel mit 5,1 Prozent gefolgt von Moutier mit 3,9 Prozent. Die Quote liegt mit 0,9 Prozent im Amtsbezirk Saanen am tiefsten. Von den 21’172 Stellensuchenden (+170 oder +0,8 Prozent) gingen 3’985 Personen (-119) einer bezahlten Arbeit im Sinne eines Zwischenverdienstes nach. 1’339 Personen (+24) nahmen an einem Beschäftigungsprogramm teil und 487 (+39) aller Stellensuchenden absolvierten eine Weiterbildung bzw. Umschulung, die länger als einen Monat dauerte. Gemessen am Total der Stellensuchenden waren 18,8 Prozent (Vormonat 19,5) in einem Zwischenverdienst. 6,3 Prozent (6,3) absolvierten ein Beschäftigungsprogramm und 2,3 Prozent (2,1) eine Weiterbildung.

Zunahme des Bruttoinlandprodukts von 1,3 Prozent im 2005 Für den Kanton Bern erwartet die BAK Basel Economics gemäss ihren Prognosen für das Jahr 2004 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,1 Prozent (Schweiz 1,3 Prozent) und für 2005 wird ein Wachstum von 1,4 Prozent (Schweiz: 1,8 Prozent) in Aussicht gestellt. Die Erholung der Schweizer Wirtschaft zeichnet sich somit auch im Kanton Bern allmählich ab. Die vorrangigen Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung waren im ersten Halbjahr 2004 die Exporte. Von der günstigen Lage der Weltwirtschaft, insbesondere in den USA und in Asien, profitieren im Kanton Bern die exportorientierten Industriebranchen wie die Uhrenhersteller, die Investitionsgüter- und die Chemieindustrie. Das Wachstum des Öffentlichen Sektors, der im Kanton Bern meistens eine stabilisierende Wirkung auf das Wirtschaftswachstum ausübt, hat sich infolge der Sparmassnahmen des Bundes verlangsamt.

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news box september 2004